MusicStories Blickfänger

Wer kennt nicht Beethovens „Für Elise“? Bei wem entstehen keine Bilder im Kopf, wenn er dieses berührende Klavierstück hört? Doch wie kann eine filmisch-moderne Interpretation dazu aussehen?

Die Serie MusicStories erzählt in sechs Episoden Geschichten inspiriert von klassischer Musik. Dabei bedient sie sich verschiedener Genres und Bildsprachen – vom Schwarz-Weiß-Stummfilm über das historische Melodrama bis hin zur romantischen Komödie. Als Filmmusik dient in den einzelnen Episoden jeweils ein eigens am Piano interpretierter Klassiker wie Beethovens „Für Elise“, „In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg und Debussys „Clair de Lune“. Das Format schafft durch die Symbiose von klassischer Musik und narrativ-szenischem Film einen neuartigen Zugang nicht nur für Klassikliebhaberinnen und -liebhaber, sondern insbesondere für ein jüngeres Publikum. Der innovative Ansatz weckt die Lust am klassischen Musikgenre auf emotionale, nicht aufdringliche Weise

Die Idee, die hinter MusicStories steht, ist ein Novum. Ein Blick auf digitale Angebote wie YouTube verdeutlicht, dass es zu moderner populärer Musik sehr viele teils aufwendig produzierte Filme gibt, die sich großer Bekannt- und Beliebtheit erfreuen. Bei der klassischen Musik sieht es leider anders aus. In der Regel werden die Interpret:innen gefilmt oder die Musikstücke mit atmosphärischen Bildern unterlegt. Narrativ-szenische Umsetzungen fehlen hingegen. Diese Lücke soll das digitale Serienformat MusicStories nun schließen.

Die einzelnen Episoden der MusicStories sind durchschnittlich fünf Minuten lang. Jeder Film erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte, inspiriert von Stimmung, Tonart, Atmosphäre und Tempo des jeweils ausgewählten Musikstückes. So bedienen die Episoden unterschiedliche Genres, vom Abenteuerfilm bis hin zur romantischen Komödie. Diese visuelle und dramaturgische Vielfältigkeit führt dem Publikum die Reichhaltigkeit klassischer Musik vor Augen und ermutigt die Zuschauer:innen, sich eigene Geschichten und Bilder beim Hören von Klassik auszumalen.

Das verbindende Element der Episoden ist die Musik – sie ist allgegenwärtig. Der Pianist taucht in allen Episoden auf, manchmal versteckt – auf einem Foto – meist offensichtlich in einer (Neben)rolle. In die Geschichten eingewobene musikalische Elemente wirken auf die Dramaturgie: Das Ticken einer Uhr und das Tippen auf einer Schreibmaschine geben den Takt vor, ein alter Mann nimmt sein Grammophon mit zum Mond, Elises Verehrerin widmet ihr ein Pianostück und ein Straßenmusiker liefert den Soundtrack für die zarten Anfänge einer Liebesgeschichte. Die Musik der Serie changiert dabei zwischen diegetisch und non-diegetisch.

Die Musikstücke der Episoden wurden von Mathias H. Ventker, dem Pianisten und musikalischen Leiter der Serie, jeweils eigens als Pianoversion interpretiert und eingespielt.


Digitale Serie in der Postproduktionsphase, 6 x 5 Minuten

Autoren: Elena Walter & Emanuel Fusillo

Musikalische Leitung: Matthias Ventker

gefördert von: Nordmedia GmbH & Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück